Von den Wurzeln eines Konfliktes

Die Klasse 7a des Gymnasiums Finkenwerder bearbeitete die Unterrichtseinheit „Kreuzzüge“ mit großem Interesse. Die „Kreuzzüge“ ergeben sich aus dem Lehrplan der 7. Klasse für das Gymnasium, die Unterrichtseinheit bedarf somit keiner gesonderten Genehmigung durch die Fachkonferenz.

Ausschlaggebend für die gute Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler waren meiner Meinung nach der Besuch des Museums für Hamburgische Geschichte zum Thema Mittelalter zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres, eine spannende, eine kontrastierende und eine die Multiperspektivität des Themas berücksichtigende Quellenauswahl, die einführende Bearbeitung des Popsongs „Crusaders“ von Chris de Burgh, die Aktualisierung des Themas durch Heranziehung des Nahostkonflikts, die Würdigung der Bitte um Vergebung der katholischen Kirche vom 8.3.2000, die Handlungsorientierung durch die Herstellung der großen Plakate in vier Unterrichtsstunden und der Hinweis auf einen möglichen Gewinn für das Gymnasium von bis zu mehreren Tausend Euro bei erfolgreicher Teilnahme am Schulenwettbewerb der Herbert Quandt-Stiftung.

Am Ende der Unterrichtseinheit  schrieben die Schülerinnen und Schüler gerne ihre Rollenbiographien über eine ihnen bekannte Person aus der Epoche der Kreuzzüge. Freundlicherweise hatte sich die Deutschlehrerin bereit erklärt, die Schülerinnen und Schüler mit dem Schreiben von Rollenbiographien , hier also eine fächerübergreifende Zusammenarbeit, vertraut zu machen. Für das kognitive Erfassen des Unterrichtsstoffes und das Entwickeln von Empathie gegenüber den Menschen zur Zeit der Kreuzzugsbewegung erwies sich  die Zusammensetzung der Klasse als förderlich: 8 der 21 Schülerinnen und Schüler sind  muslimischen Glaubens, zwei muslimische Schülerinnen tragen das Kopftuch täglich.

Ich schließe diesen Artikel mit dem Hinweis auf die Enttäuschung der Schülerinnen und Schüler über die Begrenzung der Teilnehmerzahl am Präsentationsnachmittag. Alle Schülerinnen und Schüler hatten engagiert gearbeitet, u.a. jeweils zu dritt die sieben Plakate sorgfältig angefertigt, aber leider nur sieben Schülerinnen und Schüler durften mich zur Präsentation auf dem Körber-Forum in der Speicherstadt begleiten.

Hans-Jürgen Huth