Markt der Möglichkeiten

Von den Wurzeln eines Konflikts .... bis zur fruchtbaren Begegnung!


Das Gymnasium Finkenwerder und die Stadtteilschule Finkenwerder nehmen am diesjährigen Wettbewerb der Quandt-Stiftung zum „Trialog der Kulturen: Wurzeln erinnern – Zukunft gestalten“ teil. Dabei geht es darum, dem religiösen und kulturell vielfältigen Miteinander bewusste Aufmerksamkeit zu schenken.

Für ein ganzes Schuljahr lang haben sich die beiden Finkenwerder Schulen zusammen mit fünf weiteren Schulen aus Hamburg und Bremen auf die Fahnen geschrieben, sich mit  interkulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten sowie deren Ursprünge zu widmen,  sich aber auch mit den Chancen, Herausforderungen und Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Schulen aus insgesamt fünf Bundesländern nehmen bundesweit teil.

Auch nach dem Wettbewerbs(schul)jahr soll es weiter gehen, denn damit ist nur ein „erster Aufschlag“ zu diesem großen Thema „Wurzeln erinnern – Zukunft gestalten“ gemacht. Ziel ist es, dieses interkulturelle Bewusstsein nachhaltig zu verankern, in den Herzen der Schülerschaft, ebenso wie in den konkreten Unterrichtsplanungen und-projekten.

Ein Freitagvormittag im Februar am Anleger Finkenwerder: Eine kleine Gruppe aus Schülern und Lehrern des Gymnasiums Finkenwerder macht sich auf den Weg in die Speicherstadt, um im Körber-Forum die Ergebnisse unterschiedlicher Projekte zum Thema „Trialog der Kulturen: Wurzeln erinnern – Zukunft gestalten“ den Jurymitgliedern der Quandt-Stiftung zu präsentieren.

Jeder Schule stehen für die Präsentation auf der Bühne sieben Minuten zur Verfügung  –  den ganzen Tag über besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Jury-Mitglieder, Presse und natürlich die anderen anwesenden Lehrer und Schüler von der eigenen Projektarbeit zu überzeugen. An unserem Tisch trifft man auf Lasse Spille und Almut Schwarzkopf der Klasse 8a. Sie stellen den zusammen mit ihrer Klasse selbstgedrehten Film „Nathan der Weise Reloaded“ vor, in dem sie sich mit der Kernaussage des Dramas von Gotthold Ephraim Lessing, der Toleranz, auseinandersetzen.

Auch die Oberstufenschüler Dmitri Sevkoplijas, Melissa Bruske, Tajara Leonard und Jule Höhne aus dem gemeinsamen Geschichtsprofil von Stadtteilschule und Gymnasium Finkenwerder stehen am Tisch.  Die Abiturienten erläutern die ersten druckfrischen Seiten ihres Buches „Die Bedeutung von Religion für die individuelle und kollektive Identität“. Sie haben eine Fülle von  Interviews mit Vertretern der jüdischen, christlichen und muslimischen Religion in Hamburg, Israel und Palästina geführt und illustrieren diese Recherche mit ihren soeben in Nahost gemachten Erfahrungen: Zwei Wochen waren sie im Januar zum Gegenbesuch in Nahost aufgebrochen und führten zusammen mit ihren palästinensischen Austauschpartnern weitestgehend gemeinsam diese Interviews durch.

Unter dem Motto „Von den Wurzeln eines Konflikts“ versetzen sich Schüler der Klasse 7a in die Zeit der ersten Kreuzzüge und beleuchten den historischen Konflikt aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So hört man die Stimme Papst Urbans, Richard Löwenherz’, des Sultans Saladins ebenso wie die zweier Muslima und einer Jüdin.
Als die Fähre an den Landungsbrücken am Abend ablegt, fährt eine zufriedene und von den anderen Projekten durchaus beeindruckte Gruppe zurück über die Elbe...
Eine Woche späterfindet an beiden Schulen ein Thementag zum „Trialog der Kulturen“ statt, an dem auch Frau Cornelia Springer von der Quandt-Stiftung teilnehmen wird. Hier zeigen zahlreiche Lerngruppen, wie sie sich dem trialogischen Gedanken annähern. Es wird sichtbar, wie intensiv gearbeitet wurde. Daumen gedrückt für den Erfolg bei der  Teilnahme an diesem Wettbewerb der Schulen, in dem herausragende interreligiöse Projekte ausgezeichnet werden.

Maike Bartl und Kristina Wiskamp